Mit Reza Kellner & Laura Kniesel
Am Mittwoch, 30.10.2024 um 18:00 Uhr gab es die fünfte Ausgabe unserer Diskussionsplattform.
Das Format über:arbeiten bietet Fotograf:innen die Möglichkeit, fertige oder laufende Arbeiten in einer offenen Diskussionsrunde vorzustellen. Die Künstler:innen treten dabei in einen aktiven Austausch mit dem Publikum. So entsteht ein wertschätzender Raum für Feedback, Fragen und Gespräche über unterschiedliche Zugänge zur Fotografie.
Reza Kellner
Reza Kellner ist in Teheran, Iran geboren und aufgewachsen. Mittlerweile lebt er in Graz. Ausgehend von seiner ursprünglichen Kunstform, der Musik, schafft Reza Multimedia-Kunstwerke und lässt dabei experimentelle Musik, Klangkunst, Experimentalfilm, Videoinstallation und Fotografie einfließen.

Rezas vorgestellte Arbeit begann ohne das Ziel, ein breites,
zusammenhängendes Gesamtwerk zu schaffen. Irgendwann nach der Entstehung der Aufnahmen begann für ihn eine Phase des Nachdenkens über seine Beziehung zu seiner Umgebung, zu Orten, an denen er vorbeikommt, zu Orten, an denen er Zeit verbringt. Er begann, sich einige seiner Bilder anzusehen und bemerkte, dass sich ein roter Faden durch einige von ihnen zog. So begann Reza zu suchen und zu erforschen, welche Beziehungen er zu Orten fotografisch aufbaut und festhält. Da er in einem multiethnischen und multikulturellen Umfeld aufgewachsen ist und die ständige geografische Bewegung in der Herkunft beider Elternteile tief verankert ist, ist ihm dieses Gefühl nicht fremd. Reza verhandelt sein Verhältnis zu seiner Umgebung solange er sich erinnern kann.
Laura Kniesel
Die Künstlerin Laura Kniesel wurde in Ingolstadt geboren und studiert seit Oktober 2019 in der Klasse für Fotografie bei Prof. Katja Eydel an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Sie arbeitet mit Fotografien, Videos, und Installationen. Ein roter Faden, der sich durch ihre Arbeit zieht ist die Beschäftigung mit Orten und Räumen und deren architektonischen Formen.
Immer begleitet sie dabei die Frage „Was ist ein Zuhause?“.

Bei über:arbeiten präsentiert sie die Arbeit „Räume ohne Titel“. Für die Fotoserie besucht sie alleinstehende Frauen in der Gartenstadt Nürnberg und bildet Räume aus deren Häusern ab, die aus verschiedenen Gründen ungenutzt sind. Diese Räume erzählen Geschichten von früheren Bewohnern, von verstorbenen oder weggezogenen Familienmitgliedern und zeichnen ein Bild der Dynamik eines Familienlebens. Laura interessiert dabei die Frage „Was ist die Kunst, mit sich alleine zu sein?“ Eine der Frauen, deren Wohnungen die Künstlerin so portraitiert fasst zusammen: “Wer am längsten lebt, ist einsam”.


Foto 1: © Reza Kellner
Foto 2: © Laura Kniesel
Foto 3&4: © Helene Gödl
